Road Trip: Unsere Südfrankreich-Route

Im Juli bin ich gemeinsam mit meinem Freund zwei Wochen durch den Süden Frankreichs gecruist. Auf dem Plan stand: So viel wie möglich von der Provence und der Côte d’Azur sehen, es dabei aber trotzdem ruhig und gemütlich angehen lassen. Wir hatten Equipment zum Zelten dabei, wollten aber nicht nur auf Campings sondern auch in Hotels nächtigen. Eine der wenigen Sachen, die wir vor Abreise geplant hatten, wie und in welcher Gewichtung jedoch, haben wir uns offen gehalten. Genau genommen war vor unserer Reise nämlich bis auf drei gebuchte Nächte (die 1. auf unserem Zwischenstopp und die beiden letzten in einem Hotel in Aix-en-Provence) nichts geplant, geschweige denn gebucht.

Ich gebe zu: vorab hatte ich (aufgrund der Hochsaison im Juli) ein wenig Panik, ob wir überhaupt noch gute Campings & Hotels finden, die uns aufnehmen, bin aber im Nachhinein sehr froh dass mein Freund es so „abenteuerlich“ angehen lassen wollte. So konnte man spontan entscheiden, wann es wohin gehen sollte. Denn durch das Auto waren wir frei, konnten in schönen Orten bleiben so lang wir wollten, anhalten wann und wo wir wollten und waren nicht an irgendwelche Zeiten gebunden. Etwas, dass den Urlaub für mich noch toller machte.

Heute möchte ich unsere Route mit euch teilen, euch unsere Unterkünfte zeigen und meine Highlights unserer Stopps verraten:

STOPP 1: Lyon

Knapp 13 Stunden würde man von unserem Wohnort in Belgien bis zur Côte d’Azur brauchen wenn man durchfährt, keine Pausen macht und in keine Staus gelangt. Da wir keine Lust hatten, an unserem ersten Urlaubstag den ganzen Tag im Auto zu sitzen, haben wir uns für einen Zwischenstopp auf ca. halber Strecke entschieden. Unsere Destination: Lyon. Da es am nächsten Morgen früh weitergehen sollte haben wir uns nach unserer Ankunft (leider erst gegen 19h00) aufgerafft noch hoch auf den Hügel „La Croix-Rousse“ zu spazieren. Dort haben wir in einem Restaurant ganz oben auf dem Hügel mit einem tollen Blick auf die Stadt gegessen und einen sehr gelungenen ersten Urlaubs-Abend verbracht. Am nächsten Morgen ging es dann früh weiter in Richtung Süden. In Lyon haben wir in der Hotelkette „Campanile“ übernachtet, für knapp 50 €.

STOPP 2: Ceyreste

Wir haben uns in der Nähe der Calanques, die wir uns unbedingt anschauen wollten, ein Camping gesucht. Fündig geworden sind wir im „Camping de Ceyreste“ in einem kleinen Ort, nur 15km von Cassis entfernt. Dort standen am nächsten Tag dann die „Calanques“ (Buchten mit fjordartigem Charakter) auf dem Programm, von denen ich im Vorhinein viel gelesen und gesehen hatte. Wir wollten sie eigentlich zu Fuß erklimmen, leider hat uns die Hitze aber einen Strich durch die Rechnung gemacht und der Wanderweg war aus Waldbrandgefahr-Gründen ab 11 Uhr morgens gesperrt. Stattdessen haben wir dann eine Bootstour zu den Calanques gemacht. Wir haben uns für die Größte entschieden, wo man ca. 1,5 Stunden unterwegs war und insgesamt alle 9 Calanques gesehen hat. Schade, dass man zwischendurch nicht rausspringen durfte – das klare Wasser hat sehr zum Planschen eingeladen.

STOPP 3: Nizza

Als nächstes hatten wir uns Nizza als Stopp vorgenommen. Ich war vor 7 Jahren schonmal dort und fand die Stadt so schön, dass sie auf unserer Südfrankreich-Tour nicht fehlten durfte. Wir haben im Radisson Blu direkt an der Promenade des Anglais gewohnt mit traumhafter Sicht auf die Bucht von Nizza von der Dachterrasse aus. Das Hotel ist ca. 4km vom Stadtzentrum entfernt und wir sind die schöne Promenade einige Male rauf und runter flaniert. Welche Dinge die schöne Stadt an der französischen Riviera für mich besonders liebenswert macht könnt ihr in meinem Post „9 things to do when in Nice“ nachlesen.

Besonders schön an der Lage Nizzas ist, dass es viele tolle Orte gibt, die man im Nu von dort erreichen kann. Wir sind beispielsweise an einem Tag zu den schönen Stränden in der Nähe nach St. Jean Cap Ferat und im Anschluss nach Menton gefahren. Auf dem Rückweg sind wir über die D22 gefahren, von wo aus man eine herrliche Sicht auf die Südalpen hatte.

STOPP 4: Grand Canyon du Verdon

Auf den Teil der Reise waren wir besonders gespannt! Die Verdonschlucht hatten wir uns vorab ebenfalls schon auf vielen Bildern angeschaut und uns fest vorgenommen, dort einen schönen Camping zu finden und eine Wanderung zu machen. Auf unserer Route durch den „Parc naturel régional du Verdon“ sind wir an einigen süßen Dörfchen vorbei gefahren. Besonders einladend sah „Greolières“ mit seinen süßen Gässchen aus, wo wir eine Mittagspause machten, lecker Lasagne aßen um danach gestärkt weiter in Richtung Chasteuil zu fahren, wo wir das „Indigo Gorges du Verdon“ ansteuerten.

Am Camping angekommen haben wir unseren Schlafplatz aufgebaut und erstmal das schöne Camping erkundet. Wunderbar idyllisch war es dort inmitten der Waldlandschaft mit den Bergen im Blick.

Die Wanderung entlang der Verdonschlucht war besonders beeindruckend.

Im Anschluss haben wir uns am Lac St. Croix abgekühlt.

STOPP 5: Carpentras

Freunde von uns hatten ein nettes Häuschen Nähe Carpentras gemietet und wir haben uns entschieden, in einem kleinen Hotel in der Nähe zu übernachten, um ihnen einen Besuch abzustatten, zusammen zu essen und einen schönen Abend zu verbringen. Wir haben dort im „Best Western Le Comptadin“ übernachtet. Leider haben wir es nicht so hinbekommen, dass wir an einem Freitag anreisten, denn immer freitags findet dort der wohl größte Markt der Provence statt, wofür Händler aus der ganzen Provence anreisen. Am nachmittag wo wir ankamen und uns das Dorf anschauten, war es ziemlich ausgestorben und leer.

STOPP 6: Aix-en-Provence

Bevor es nach Hause ging, hatten wir uns noch für zwei Nächte ein Hotel in Aix-en-Provence gebucht. Vor ein paar Jahren waren meine Eltern bereits im Hotel Aquabella und haben es uns empfohlen. Das Hotel lud (wie ihr auf den Bilder sehen könnt) durch ein wunderschönes Ambiente zum Chillen am Pool ein, aber weil die Stadt so schön war, haben wir den Pool kaum ausgenutzt. So viele schöne Straßen und Gassen mit kleinen Boutiquen, so viele Plätze mit dutzenden von Terassen und wunderbarer Stimmung. Wir wären sehr gerne noch ein paar Nächte länger geblieben…

Dann ging es leider auf die Rückfahrt…

TIPPS FÜR EUREN FRANKREICH-ROADTRIP

  • Statt Autobahn über Landstraßen fahren. Oft dauern die Strecken zwar deutlich länger, die Ausblicke sind aber mehr als lohnenswert. Außerdem spart ihr euch so die Péages (Mautgebühren) für die Nutzung der französischen Autobahnen.
  • Schaut euch am Abend bevor ihr weiterreisen wollt im Internet nach freien Hotels bzw. Campings um. So könnt ihr entspannt vergleichen, euch Fotos ansehen und gemeinsam eine Entscheidung treffen. Wir haben das an einem Tag nicht gemacht und haben eine Stunde im brüllend heißen Auto alle Hotels aus unserem Reiseführer abtelefoniert – am Ende sind wir zwar fündig geworden, das am Vortag aber in entspannter Stimmung am Campingplatz oder im Hotelzimmer zu erledigen wäre um einiges entspannter (und günstiger!) gewesen.
  • Lasst bestenfalls keine Wertsachen in euren Autos! Man hört viel von Autoaufbrüchen, wenn man sein Auto an einer schönen Bucht oder einem Parkplatz zum Wandern abstellt. Einer Kollegin wurde so beispielsweise die Kamera geklaut, die sie im Auto ließ, um entspannt schwimmen zu gehen. Ärgerlich, wenn die ganzen Urlaubsbilder dann weg sind.