Ein schmal geschnittener Blazer über dunkler Jeans machte um 2012 selbst einen gewöhnlichen Arbeitstag schnell etwas angezogener. Gerade der Kontrast hatte seinen Reiz: ein strukturiertes Jackett, dazu ein weiches Shirt oder feiner Pullover und Schuhe, die sowohl den Weg zur Bahn als auch einen Termin im Besprechungsraum mitmachen.
Für eine bürotaugliche Garderobe mit 2010er-Anklang kann die damalige Silhouette ein guter Ausgangspunkt sein – angepasst an den eigenen Arbeitsplatz. In einem kreativen Studio passen andere Farben und Proportionen als in einer Kanzlei oder dort, wo es feste Kleidungsvorgaben gibt. Büro-Chic muss keine Uniform sein: Gepflegte Basics und der persönliche Geschmack reichen völlig aus.
Die typische Silhouette: klar, schmal und unkompliziert
Zwischen 2012 und 2014 fielen die Linien oft schmaler aus als bei vielen heutigen Oversize-Looks. Blazer reichten meist bis zur Hüfte, Jeans saßen körpernah, und ein schlichtes Oberteil hielt das Outfit ruhig. Das lässt sich auch heute tragen, ohne verkleidet zu wirken. Wichtig sind Schnitte und Stoffe, in denen man über Stunden sitzen, laufen und arbeiten kann.
- Blazer: Ein- oder zweireihig, leicht tailliert oder gerade geschnitten, in Navy, Grau, Schwarz, Beige oder gedämpftem Bordeaux.
- Unterteil: Dunkle Slim Jeans ohne starke Waschung, eine Zigarettenhose oder ein gerader Rock knapp ums Knie.
- Oberteil: Ein schlichtes Jersey-Shirt, eine Bluse mit kleinem Kragen oder ein feiner Strickpullover.
- Schuhe: Loafer, schlichte Pumps mit moderatem Absatz, Ballerinas oder zurückhaltende Chelsea Boots.
Wer sich in weiteren Hosen wohler fühlt, kann den Bezug zu den frühen 2010ern über andere Details herstellen: mit einem hüftlangen Blazer, einer schmalen Ledertasche oder einer Statement-Kette. So bleibt die Stimmung der Zeit erhalten, während die Passform den eigenen Vorlieben folgt.

Drei Kombinationen für unterschiedliche Arbeitstage
1. Der verlässliche Montagslook
Ein marineblauer Blazer, eine dunkelblaue Jeans und ein cremefarbenes Shirt ergeben eine unkomplizierte Basis. Schwarze oder cognacfarbene Loafer wirken etwas formeller, ohne den Look steif zu machen. Eine mittelgroße Tasche mit Reißverschluss bietet Platz für Notizbuch, Ladekabel und den üblichen Alltagskram.
Bei Jeans lohnt sich besonders der Blick auf die Waschung: Ein einfarbiges dunkles Modell wirkt im Büro meist ruhiger als starke Kontraste oder auffällige Used-Effekte.
2. Strick statt Bluse
Feinstrick gehörte fest zur damaligen Alltagsmode. Ein leichter Pullover in Grau, Altrosa, Petrol oder Senfgelb passt über eine schlichte Hose und unter einen offenen Blazer. Ein kleiner Kragen, der unter dem Rundhalsausschnitt hervorschaut, greift eine typische Stylingidee der 2010er auf.
Damit sich die Lagen den ganzen Tag angenehm tragen, sollte der Pullover nicht zu dick sein. Merino, Baumwolle oder ein glatter Viskosemix tragen meist weniger auf als grober Strick.
3. Das Kleid mit Struktur
Ein schlichtes Etuikleid oder ein Kleid in A-Linie funktioniert gut mit einem kurzen Cardigan oder Blazer. Blickdichte Strumpfhosen und Ankle Boots ergeben eine herbstliche Variante; mit Ballerinas oder flachen Loafern wirkt das Outfit im Frühling leichter. Ein schmaler Gürtel kann die Taille betonen, ist aber kein Muss. An langen Arbeitstagen zählt vor allem, dass nichts einengt oder ständig zurechtgerückt werden muss.
Farben, Muster und die typische 2010er-Note
Bürolooks dieser Jahre kombinierten oft neutrale Grundlagen mit einem einzelnen Farbakzent. Schwarz, Dunkelblau, Grau und Camel trafen auf Koralle, Mint, Kobaltblau oder Bordeaux. Für den Arbeitsalltag reicht es meist, die Akzentfarbe an einer Stelle einzusetzen – im Oberteil, am Schal oder in der Tasche. Der neutrale Rest bleibt dadurch leicht kombinierbar.
| Ausgangsteil | 2010er-inspirierter Akzent | Ruhige Ergänzung |
|---|---|---|
| Grauer Blazer | Korallenfarbenes Shirt | Dunkle Jeans und schwarze Loafer |
| Schwarze Hose | Gestreifte Bluse | Navy-Cardigan und schlichte Tasche |
| Camelrock | Petrolfarbener Feinstrick | Mattbraune Stiefeletten |
Bei Mustern passen feine Streifen, dezente Punkte oder ein kleiner grafischer Druck besonders gut in diese Ästhetik. Ein auffälliges Teil genügt meist. Treffen ein gemusterter Blazer, eine Statement-Kette, eine kräftige Tasche und eine bedruckte Bluse zusammen, nehmen sich die Details eher gegenseitig die Wirkung.
Accessoires mit Funktion statt Dekoration
Outfits der frühen 2010er lebten oft von sichtbaren Accessoires: großen Uhren, langen Ketten, Armreifen oder strukturierten Handtaschen. Im Büro lässt sich diese Idee etwas gezielter einsetzen. Uhr, kleine Ohrstecker und eine feine Kette reichen schon, wenn Blazer oder Bluse selbst Struktur mitbringen. Zu einem sehr schlichten Shirt darf dagegen eine Statement-Kette den Fokus übernehmen.
Bei Taschen zählen Form und Alltagstauglichkeit mehr als ein auffälliges Logo. Ein Shopper ist für Pendelstrecken praktisch, kann am Arbeitsplatz aber schnell unübersichtlich werden. Eine formstabile Tote Bag oder eine geräumige Umhängetasche mit Innenfächern hält Unterlagen und Technik besser zusammen. Für saisonale Farbideen passt der Beitrag #WExAUTUMN: Pastel coat, der einen pastellfarbenen Mantel in den Mittelpunkt stellt.

Eine kleine Bürokapsel aus vorhandenen Teilen bauen
Es müssen nicht viele neue Stücke sein. Ein arbeitsplatztauglicher Look mit 2010er-Anklang lässt sich aus wenigen Teilen aufbauen, die immer wieder anders kombiniert werden. Hilfreich ist eine Farbgruppe, in der möglichst viel zusammenpasst, etwa Navy, Grau, Weiß und Cognac. Ein farbiger Pullover oder Schal bringt dann Abwechslung hinein.
- Zwei Blazer auswählen: einen dunklen und einen helleren oder weicheren Ton.
- Eine dunkle Jeans und eine Stoffhose auf Sitzkomfort und Beweglichkeit prüfen.
- Drei Oberteile ergänzen: ein neutrales Shirt, eine Bluse und einen dünnen Pullover.
- Zwei Schuhpaare bereitlegen: ein flaches Paar für lange Wege und ein etwas eleganteres für Termine.
- Eine Tasche wählen, die zum Arbeitsweg und zur benötigten Ausstattung passt.
Daraus entstehen ohne großen Aufwand verschiedene Varianten: Der graue Blazer passt einmal zur dunklen Jeans, am nächsten Tag zur schwarzen Hose. Das weiße Shirt kann gegen Feinstrick oder eine Bluse getauscht werden. Wer morgens wenig Zeit hat, legt Blazer, Schuhe und Tasche am Vorabend bereit. Bei einem marineblauen Blazer, cremefarbenem Feinstrick, schwarzer Zigarettenhose und Cognac-Loafern ist die Entscheidung für den nächsten Arbeitstag schon getroffen.
