Blumenprints wie 2012 bis 2014 tragen: Kleider, Hosen und Sommerlooks

Blumenprints wie 2012 bis 2014 tragen: Kleider, Hosen und Sommerlooks

Ein Blümchenkleid mit betonter Taille und fließendem Rock, dazu eine kurze Jeansjacke und flache Sandalen: Das erinnert sofort an den Sommer 2013. Mit einem offenen Leinenhemd statt der Jacke wirkt derselbe Print ruhiger. Bei Blumenmustern macht eben nicht allein das Motiv den Look aus. Größe und Abstand der Blüten, Hintergrundfarbe und Schnitt verändern oft mehr.

Woran man Blumenprints von 2012 bis 2014 erkennt

In den frühen 2010ern gab es nicht das eine Blumenmuster. Kleine, dicht gesetzte Blüten auf dunklem Grund fanden sich auf Sommerkleidern, Röcken und leichten Blusen. Daneben standen große Blumen, die auf Hosen oder Kleidern den ganzen Look bestimmten. Tropisch angehauchte Blätter und Blüten in Grün, Koralle oder Pink gehörten ebenso dazu wie helle, weichgezeichnete Pastellprints auf luftigen Chiffonlagen.

Oft bekam das Muster einen bewussten Gegenpart: Zur geblümten Hose kamen ein einfarbiges Shirt und ein Blazer, zum zarten Kleid eine Jeansjacke oder derbere Ankle Boots. Wer den Stil heute aufgreifen möchte, braucht kein komplettes Retro-Outfit. Ein Printteil neben etwas Schlichtem lässt die Anspielung schon erkennen.

Blütengröße, Abstand und Hintergrund

Viele kleine Blüten verschmelzen aus der Ferne beinahe zu einer Farbfläche. Sie lassen sich leicht mit Denim, Strick oder einer unifarbenen Jacke tragen. Große Einzelblüten fallen stärker auf; dazu kann ein ruhiger Schnitt wie eine gerade Hose oder ein einfaches Trägerkleid gut passen. Locker verteilte Blumen mit viel sichtbarem Hintergrund wirken weniger dicht gemustert – gerade bei einer Bluse für jeden Tag eine angenehme Variante.

Auf Marine, Schwarz oder tiefem Blaugrün treten helle Blüten klar hervor. Ein cremefarbener oder hellblauer Hintergrund wirkt luftiger, bei dünnem Stoff aber manchmal auch durchscheinend. Ein Blick bei Tageslicht hilft: Zeichnet sich die Hand unter dem Stoff deutlich ab, braucht ein ungefütterter Sommerrock womöglich ein Unterkleid oder ein passendes Top.

Dunkles Blümchenkleid mit kurzer Jeansjacke im Sommer

Das geblümte Kleid: verspielt, aber nicht festgelegt

Kurze und knielange Blumenkleider gehörten damals zum Sommerbild. Viele hatten eine betonte Taille, einen leicht ausgestellten Rock und schmale Träger oder kurze Ärmel. Die Silhouette lässt sich auch lockerer tragen, etwa mit etwas mehr Länge oder einer weniger eng sitzenden Taille. Wichtiger als die genaue Form ist, dass das Kleid beim Gehen und Sitzen bequem bleibt.

Für einen deutlichen 2012–2014-Akzent: ein dunkles Kleid mit kleinen Blüten, helle Jeansjacke, Ballerinas oder flache Sandalen. Eine mittelgroße Umhängetasche lässt die Hände frei. Soll es weniger nostalgisch wirken, kann ein offenes, einfarbiges Hemd die Jacke ersetzen. Es bringt eine gerade Linie ins Outfit und lässt sich an heißen Tagen leichter mitnehmen als ein Blazer.

Bei großen Blumen verändert der Stoff die Wirkung. Auf glattem, leicht fließendem Material zeichnen sie sich oft klar ab; weiche Baumwolle nimmt ihnen etwas Schärfe. Für einen langen Tag unterwegs zählt vor allem, wie sich das Kleid anfühlt, ob es schnell knittert und ob es in Bewegung an Ort und Stelle bleibt. Das lässt sich beim Anprobieren besser beurteilen als auf einem Foto am Bügel.

Blumenhosen: ein deutlicheres Zitat der Zeit

Eine geblümte Hose ist eines der auffälligsten Sommerstücke aus jener Zeit. Besonders häufig waren schmale, knöchellange Modelle mit großen Rosen oder einem dichten Allover-Muster. Viel mehr braucht es dazu nicht: ein weißes T-Shirt mit leicht gekrempelten Ärmeln und schlichte Schuhe. Im Büro kann ein ungefütterter Blazer dazukommen, sofern der Dresscode Prints zulässt. Bei Hitze ist ein offenes Hemd oft angenehmer.

Zu einer schmalen Blumenhose lässt sich ein etwas lockeres Oberteil vorne leicht einstecken. Bei einer weiten Hose kann ein kürzeres oder körpernahes Shirt gut wirken. Das sind Möglichkeiten, keine Regeln. Entscheidend ist, wie Bund und Taschen beim Sitzen und Gehen sitzen. An Nähten und Taschen werden große Blüten außerdem manchmal verzogen; wen das stört, der kann nach einem kleinteiligeren Print schauen.

Eine Hose in gedecktem Blau, Rostrot und Creme bietet andere Kombinationen als eine in Pink und Türkis. Weiß ist nicht die einzige Begleitung. Ein marinefarbenes Top kann etwa die winzigen blauen Blüten einer Hose aufgreifen. Schwarz geht ebenfalls, wirkt an einem sonnigen Tag aber mitunter schwerer als Dunkelblau oder verwaschenes Grau.

Geblümte Hose zu weißem Shirt und flachen Sandalen

Bluse, Rock und Shorts: kleinere Portionen Print

Wer nicht gleich ein ganzes Kleid in Blumen tragen möchte, kann mit einer Bluse anfangen. Anfang der 2010er saß sie oft locker und wurde zu schmalen Jeans oder einem einfarbigen Rock getragen. Heute passt sie genauso zu einer geraden Jeans oder weiten Stoffhose. Offen über einem Top getragen, zeigt sie weniger zusammenhängende Musterfläche und dient zugleich als leichte Schicht in kühlen Innenräumen.

Bei einem Blumenrock bestimmt die Form mit, wie stark er an damals erinnert. Ein ausgestellter, taillenhoher Rock mit kurzem Saum wirkt deutlich nostalgischer; ein gerader oder leicht schwingender Midirock lässt denselben Print gegenwärtiger erscheinen. Für den Alltag reicht ein schlichtes Shirt dazu. Wer einen schmalen Gürtel tragen möchte, kann ihn auf Schuhe oder Rockgrund abstimmen, statt noch eine Farbe hinzuzufügen.

Auch geblümte Shorts gehörten zur Sommergarderobe, oft aus leichtem Stoff und mit lockeren Beinen. Für Urlaub oder Freizeit passen ein unifarbenes Tanktop und flache Sandalen dazu. Eine längere, locker sitzende Variante greift das Muster ebenso auf, wenn sehr kurze Schnitte nicht das Richtige sind.

Farben und Muster kombinieren, ohne Unruhe zu erzeugen

Ein guter Ausgangspunkt ist die Hintergrundfarbe des Prints. Ein dunkler Blumenrock mit cremefarbenen Blüten lässt sich mit einem cremefarbenen Shirt verbinden. Zu einer Bluse auf hellblauem Grund passt eine blaue Jeans, auch wenn einzelne Blumen rot oder gelb sind. Akzentfarben können später in einer Tasche, einem Haarband oder an den Schuhen wiederkehren – nötig ist das nicht.

Bei zwei Mustern hilft es, eines zurückzunehmen. Kleine Blumen neben feinen Streifen wirken oft ruhiger als zwei gleich große, kontrastreiche Prints. Eine gemeinsame Farbe und unterschiedlich große Muster erleichtern die Kombination: etwa ein marine-weiß gestreiftes Shirt unter einer offenen Bluse mit großen blauen Blumen. Ist das zusammen zu lebhaft, lässt sich die Bluse über einem unifarbenen Top zuknöpfen.

Accessoires dürfen schlicht bleiben. In den frühen 2010ern wurden Blumenprints zwar auch mit auffälligen Ketten getragen. An einem warmen Alltagstag sind eine kleine Tasche oder ein einzelner Armreif aber oft praktischer. Zu großen Blüten passen einfarbige Schuhe; bei winzigen Blüten kann eine Tasche in kräftiger Farbe einen Akzent setzen.

Drei tragbare Sommerlooks mit frühem 2010er-Flair

  • Für einen langen Tag in der Stadt: dunkles Blümchenkleid, flache Sandalen und eine kleine Crossbody-Tasche. Die kurze Jeansjacke kommt mit, falls es abends kühler wird.
  • Für Arbeit oder Studium: geblümte Bluse, gerade Jeans in mittlerer Waschung, leichter einfarbiger Blazer und bequeme flache Schuhe. Bei großer Wärme kann der Blazer wegbleiben.
  • Für einen freien Sommertag: locker sitzende Blumenhose, schlichtes Baumwollshirt und flache Sandalen. Ein gekrempelter Ärmel und ein nur vorne eingestecktes Shirt geben dem Outfit etwas Kontur.

Solche Kombinationen lassen sich mit vorhandenen Sachen ausprobieren, bevor ein neues Printteil einzieht. Ein Shirt in Weiß, Marine oder Grau und die vertraute Jeansjacke zeigen schnell, ob das Muster zum übrigen Schrank passt. Braucht es dafür erst ein Oberteil in einem ganz bestimmten Farbton, wird der Fund im Alltag womöglich seltener getragen.

Beim Secondhand-Fund auf mehr als das Muster achten

Zeittypische Teile aus den frühen 2010ern sitzen manchmal anders, als man es heute gewohnt ist: Hosenbeine sind sehr schmal, Blazer kurz oder Kleidertaillen höher angesetzt. Bei einer Bluse sollten Schultern und Armöffnungen angenehm sitzen. Eine Hose lohnt es sich auch im Sitzen zu testen; die Größe auf dem Etikett sagt darüber wenig aus.

Im Muster fallen kleine Schäden leicht erst beim zweiten Hinsehen auf. Nähte unter den Armen, die Stelle am Reißverschluss und der Saum verdienen deshalb einen genaueren Blick. Knötchen auf dünnem Jersey oder ein verzogener Druck verschwinden nicht unbedingt beim Waschen. Bei gefütterten Kleidern sollten beide Lagen ähnlich lang fallen und das Futter beim Gehen nicht hochrutschen. Wer online gebraucht kauft, kann nach Maßen und einem Foto bei natürlichem Licht fragen, statt die Farbe nach einer stark bearbeiteten Aufnahme zu beurteilen.

Für die Pflege ist das Etikett der beste Anfang. Leichte Viskose verhält sich nass anders als Baumwolle; bei älteren Stücken kann eine schonende Wäsche sinnvoll sein. Ausschlaggebend sind die Angaben zum Stoff und dazu, ob Futter oder empfindliche Details vorhanden sind – nicht das Blumenmuster an sich.

Und wenn ein dunkelblauer Rock mit kleinen weißen und roten Blüten auftaucht? Vor dem Kauf lässt er sich gedanklich zu drei vertrauten Dingen legen: dem weißen Shirt, der Jeansjacke und den flachen Schuhen, die im Sommer ohnehin oft getragen werden. Dann noch prüfen, ob er auch im Sitzen bequem ist. So entscheidet nicht allein der schöne Print.